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Wissenswertes zur A2 Doku GmbH

Was darf, was kann, was muss?

Verordnungen, Richtlinien und Normen begegnen einem in der Technischen Dokumentation auf Schritt und Tritt. Die entscheidende Frage ist: was verwenden und wozu?

Bei der Erstellung von CE-Konformitätserklärungen für Produkte stößt man auf viele unterschiedliche Rechtsakte und Schriften. Durch die Anbringung eines CE-Kennzeichens bestätigt der Hersteller eines Produkts, dass dieses dem spezifisch geltenden, europäischen Recht entspricht. Doch wie ist diese Rechtsgrundlage definiert?

Auf der obersten Ebene stehen die EU-Verordnungen. Das sind verbindliche Rechtsakte, die alle EU-Länder in vollem Umfang umsetzen müssen. Ein Beispiel hierfür ist die seit 25. Mai 2017 gültige Verordnung für Medizinprodukte. Die Verordnung ist in jedem Land gültig.

EU-Richtlinien sind Gesetzgebungsakte und werden auf Vorschlag der Europäischen Kommission vom Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament nach dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren erlassen. Im Gegensatz zu EU-Verordnungen sind EU-Richtlinien nicht unmittelbar wirksam und verbindlich, sondern müssen durch nationale Rechtsakte umgesetzt werden, um wirksam zu werden. Die Umsetzung obliegt den jeweiligen Mitgliedstaaten. Als Beispiel gilt hier die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Sie ist vom Bundesministerium für Verbraucherschutz und dem Bundesamt für Justiz in der neunten Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz in deutsches Recht umgesetzt.
 
Normen sind freiwillig erarbeitete Standards und haben keinerlei Gesetzescharakter, bilden aber den Stand der Technik ab. Die bekannten Normnummern zeigen den Ursprung der Norm. In der folgenden Tabelle finden Sie die gängigsten Präfixe:

DIN    Deutsches Institut für Normung
 
ÖNORM    Austrian Standards International
EN    Europäische Norm
CEN    Europäisches Komitee für Normung
CENELEC    Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung
ANSI    American National Standards Institute
IEC    Internationale Elektrotechnische Kommission
ISO    Internationale Organisation für Normung

Die Herkunft einer Norm sagt nichts über die Wertigkeit. Allerdings wird im Maschinenbau noch in A-Norm, B-Normen und C-Normen unterteilt.

EN ISO 12100Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsgrundsätze - Risikobeurteilung und RisikominderungA-NormSicherheitsgrundnorm
EN ISO 13854  Sicherheit von Maschinen - Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von KörperteilenB1-NormSicherheitsfachgrundnorm definierte Sicherheitsaspekte
DIN EN ISO 14120Sicherheit von Maschinen -  Trennende Schutzeinrichtungen - Allgemeine AnforderungenB2-NormSicherheitsfachgrundnorm Schutzeinrichtungen
EN ISO 16092Werkzeugmaschinen-Sicherheit - Pressen C-NormMaschinensicherheitsnorm

Bereits den Titeln dieser Normen können Sie entnehmen, wie detailliert die Informationsdichte für die jeweilige Maschine ist. Sobald Ihre Maschine in den Anwendungsbereich einer C-Norm fällt, sollten Sie diese verwenden, denn sie ist sozusagen der „Maßanzug“. B-Normen decken einen Bereich ab, der für viele unterschiedliche Maschinen verwendet werden kann. Die A-Norm EN ISO 12100 deckt allgemeine Aspekte ab, die auf alle Maschinen zutreffen.

Für den CE-Prozess eines Produkts ist die Verwendung von Normen nicht vorgeschrieben. Hersteller erreichen bei Anwendung und Einhaltung von Normen jedoch ein hohes Maß an rechtlicher Absicherung. Anders verhält es sich bei der Einhaltung der EU-Richtlinien bzw. Verordnungen. Produkte mit dem CE-Kennzeichen müssen zwingend den geforderten Rechtsvorschriften entsprechen.

ACHTUNG: Ab Juli 2021 muss die neue Marktüberwachungsverordnung 2019/1020 angewendet werden. Lesen Sie hierzu mehr in einem unserer nächsten Newsletter.

Foto: www.pexels.com/alex knight
 

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