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Den richtigen Text für jede Spezies

Kennen Sie „tlh“? Die Abkürzung steht nicht für ein neues Dateiformat, sondern ist das offizielle ISO-Sprachkürzel für Klingonisch. Zugegeben, Technische Dokumentation in dieser Sprache wird selten nachgefragt. Doch für den Fall der Fälle gilt auch hier: Das A und O für ein gutes Ergebnis in der Zielsprache ist ein übersetzungsgerecht formulierter Quelltext.

Aber wie schreibt man übersetzungsgerecht? Die wichtigste Regel: Vergessen Sie, was Sie im Deutschunterricht gelernt haben! Abwechslungsreich formulieren, mit Satzstrukturen spielen, Metaphern verwenden – bloß nicht! Je einheitlicher Sätze aufgebaut und je kürzer sie formuliert sind, desto besser und fehlerfreier können sie in die Fremdsprache übertragen werden. Mit dem Prinzip „Eine Aussage – ein Satz“ und der Standard-Satzstruktur „Subjekt – Prädikat – Objekt“ liegt man immer richtig.

Natürlich zählen auch die Details. Wechselt der Autor des Quelltextes zwischen den Schreibweisen „Warp-Antrieb“, „WARP Antrieb“ oder „Warp Antrieb“, muss der Übersetzer eingreifen, um ihnen allen das klingonische „pIvghor“ zuzuordnen. Gäbe es nur eine Schreibweise im Quelltext, könnte das Translation Memory diese Arbeit erledigen.

Die Bezugnahme auf Gegenstände, Orte oder Zeiten außerhalb eines Satzes kann sich in der Übersetzung ebenfalls ungünstig auswirken. Nehmen wir zum Beispiel die Satzkombination „Die Tarnvorrichtung darf nur durch eine geeignete Hubeinrichtung, wie z.B. einen Traktorstrahl, angehoben werden. Diese ist gegen unbeabsichtigtes Auslösen zu sichern.“ Nicht nur der Klingone fragt sich, worauf sich das Pronomen „diese“ in diesem Fall beziehen soll - auf die Tarnvorrichtung oder auf die Hubeinrichtung? Fehlt womöglich noch der Kontext, wie bei vielen Übersetzungen üblich, ist die Verwirrung perfekt.

Das trifft auch auf das Thema Mehrdeutigkeit zu. Ist mit „Schirm“ die Monitoransicht gemeint oder geht es um eine Schutzvorrichtung? Nur der Zusammenhang hilft hier weiter. Eine eindeutige, im Vorfeld festgelegte und konsequent eingehaltene Terminologie, die Mehrdeutigkeiten von vornherein ausschließt, löst solche Probleme.

Fazit: Übersetzungsgerecht schreiben verlangt zwar etwas Disziplin, doch es zahlt sich aus. Die Kosten sinken, die Qualität und Verständlichkeit der Texte steigt, und den Klingonen freut’s. Qapla'!

Foto: pexels/Tomas Anunziata

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